Die NIS2-Richtlinie verpflichtet europaweit tausende Unternehmen zu strengen Maßnahmen in Cybersicherheit, Risikomanagement und Governance. Viele Verantwortliche fragen sich: Reicht es, NIS2-Compliance mit Excel-Listen zu steuern?
Excel als Einstieg: Warum viele damit beginnen
Excel ist in vielen Organisationen der erste Griff, wenn es um die Strukturierung neuer Anforderungen geht. Typische Einsatzmöglichkeiten:
- Rollen und Verantwortlichkeiten: Jede Aufgabe wird einer Person oder Abteilung zugeordnet.
- Aufgabenlisten: NIS2-relevante Bereiche wie Risikomanagement, Incident Response oder Schulungen werden tabellarisch erfasst.
- Meilensteine: Deadlines und Fortschrittsstatus werden in Spalten gepflegt.
- Dokumentation: Nachweise werden in unterschiedlichen Dateien gesammelt und ergänzt.
Damit entsteht schnell ein erster Überblick – hilfreich für den Start.
Warum Excel schnell an Grenzen stößt
Die NIS2-Richtlinie verlangt jedoch mehr als eine Liste von Aufgaben. Analysten betonen, dass NIS2 vier zentrale Handlungsfelder umfasst:
- Cyber Risk Management
- Corporate Accountability
- Reporting Obligations
- Business Continuity
Gerade in diesen Bereichen zeigen sich die Schwächen von Excel besonders deutlich:
- Fragmentierung: Unterschiedliche Versionen in Teams führen zu Unklarheit.
- Keine Echtzeit-Transparenz: Fortschritte und Lücken werden erst sichtbar, wenn Tabellen manuell aktualisiert werden.
- Audit-Risiko: Nachweise sind verstreut, Änderungen nicht revisionssicher dokumentiert.
- Skalierungsprobleme: Mit wachsender Unternehmensgröße und mehreren Standorten wird Excel unhandlich.
- Verantwortungslücken: NIS2 macht die Geschäftsführung persönlich haftbar – eine bloße Tabellenzuweisung bietet hier keine ausreichende Sicherheit.
Besonders kritisch: Laut Gartner werden bis 2027 nur etwa 60 % der Unternehmen voll compliant sein – trotz erheblicher Investitionen. Gründe sind Ressourcenknappheit, Fachkräftemangel und unklare nationale Vorgaben. Wer in diesem Umfeld allein auf manuelle Methoden wie Excel setzt, erhöht sein Risiko deutlich.
Warum spezialisierte Lösungen langfristig unverzichtbar sind
Eine manuelle Steuerung mit Excel ist ein nützlicher Startpunkt, aber keine nachhaltige Strategie. NIS2 fordert unter anderem:
- Revisionssichere Risikoregister und kontinuierliche Assessments
- Nachvollziehbare Reporting-Prozesse mit strikten Fristen
- Business Impact Analysen (BIAs) und Tests zur Business Continuity
- Einbindung von Lieferketten, rechtliche Abstimmung und grenzüberschreitende Koordination
Diese Anforderungen greifen ineinander. Mit Tabellen lässt sich das nur eingeschränkt abbilden. Professionelle Softwarelösungen bieten hier klare Vorteile:
- Zentrales Dashboard: Alle Aktivitäten und Compliance-Status auf einen Blick.
- Automatisierte Rollen- und Aufgabenverteilung: Verbindlichkeit durch Workflows, Erinnerungen und Eskalationen.
- Echtzeit-Transparenz: Führungskräfte sehen sofort, wo Risiken oder Verzögerungen bestehen.
- Revisionssichere Dokumentation: Alle Änderungen und Nachweise sind prüfbar und auditfähig.
- Nahtlose Integration: Verbindung von Risikomanagement, Incident Handling, Business Continuity und Reporting.
Excel als Starthilfe – aber keine Dauerlösung
Die Frage „Ist Excel eine gute Lösung für NIS2?“ lässt sich klar beantworten: Als Einstieg ja – als langfristige Strategie nein.
Excel schafft am Anfang Orientierung. Doch die Komplexität von NIS2, die persönliche Verantwortung der Geschäftsführung und die Vielzahl an Querschnittsaufgaben machen deutlich: Nur spezialisierte Softwarelösungen bieten die nötige Transparenz, Sicherheit und Skalierbarkeit, um NIS2 dauerhaft compliant umzusetzen.
Unser Rat: Nutzen Sie Excel, um den Überblick zu gewinnen. Planen Sie aber frühzeitig den Umstieg auf ein professionelles System – damit Ihre Compliance nicht zur Schwachstelle wird, sondern ein strategischer Vorteil.



