Experteninterview: 10 Take Aways für Datenschutz-Praktiker

Max Mustermann

Veröffentlicht am: 17.07.2025

Datenschutz

Immer neue Gesetze, steigender Druck durch KI, Cloud und Schnittstellen – Datenschutz wird für Unternehmen zur Daueraufgabe. Doch wie sieht ein wirksamer, praxistauglicher Datenschutz 2025 wirklich aus? Und wo liegt der Unterschied zwischen schönem Konzeptpapier und gelebtem Prozess?

Wir haben mit Datenschutz-Experte Andreas Rübsam, Geschäftsführender Gesellschafter Condatis GmbH & Co. KG gesprochen – und Ihnen hier seine zehn Kernaussagen zusammengefasst.

Das vollständige Interview lesen Sie hier.

1. Recht verändert sich – das Handwerk bleibt

Neue Gesetze wie DSA (Digital Services Act) oder Data Act bringen Tempo. Doch Unternehmen, die gut aufgestellt sind, brauchen kein Rad neu zu erfinden – sondern ihre Prozesse systematisch weiterzuentwickeln.

2. Das VVT als Herzstück des gelebten Datenschutzes

Viele Verzeichnisse der Verarbeitungstätigkeiten sind unstrukturiert. Nur wer Prozesse, Tools und Datenflüsse sauber dokumentiert, kann Informationspflichten erfüllen und auf Anfragen souverän reagieren.

3. Rechenschaftspflicht heißt: jederzeit prüfbar

Die DSGVO fordert nicht nur die Einhaltung der Regeln, sondern auch den Nachweis. Ein lebendes Datenschutzmanagementsystem (DSMS) erleichtert Steuerung, Kontrolle und Reaktion auf Veränderungen.

4. DSFA: Komplex – aber nicht unmöglich

Die größte Hürde bei der Datenschutzfolgenabschätzung ist fehlende Transparenz seitens der Anbieter. Unternehmen sollten aktiv bei der Anbieterauswahl und Toolprüfung mitwirken – und die DSFA in ihre Prozesse integrieren.

5. DSM & Informationssicherheit: Zwei Seiten derselben Medaille

Technik und Recht sprechen oft nicht dieselbe Sprache. GRC-Tools helfen, beide Welten zu verbinden – und Prozesse gemeinsam zu steuern, statt doppelt zu prüfen.

6. Policies reichen nicht – es braucht Maßnahmensteuerung

Viele Softwarelösungen scheitern an der operativen Umsetzung. Ohne Fristen, Zuständigkeiten und Nachverfolgung wird Datenschutz zur Alibiübung. Ein gutes DSMS schafft Abhilfe.

7. Der DSB als Feuerwehrmann? Bitte nicht.

Datenschutz funktioniert nur, wenn er frühzeitig, strukturell und teamübergreifend verankert wird. Ein DSMS mit rollenbasierter Beteiligung kann das leisten – und Projekte besser machen.

8. Die Zukunft: Schnittstellen, KI und Governance in Echtzeit

Datenflüsse über APIs, lernende Systeme und komplexe Verarbeitungsketten machen Einzelprüfungen unmöglich. Unternehmen brauchen dynamische, systemgestützte Governance – jetzt.

9. Einsteigen – aber bitte strukturiert

Daten zu schützen muss nicht kompliziert sein. Mit Tools wie GRASP DSMS können Unternehmen auch mit wenig Vorwissen starten – pragmatisch, verständlich, wirksam.

10. Was Datenschutz kostet – und was Nachlässigkeit kostet

Strafen, Imageverlust, Chaos bei Anfragen – wer nicht dokumentiert, riskiert viel. Ein gut geführtes Datenschutzsystem senkt dieses Risiko – und spart Ressourcen im Ernstfall.

Take Away für die Praxis

Unternehmen, die den Schutz ihrer Daten nicht nur als Pflicht, sondern als strukturelle Aufgabe begreifen, sind resilienter, glaubwürdiger und effizienter. Tools wie GRASP DSMS oder vergleichbare Plattformen helfen dabei, Überblick und Kontrolle zu gewinnen – und machen aus dem „notwendigen Übel“ einen echten Wettbewerbsvorteil.

Strukturierter Datenschutz bedeutet mehr als nur Richtlinien zu schreiben. Es geht darum, Prozesse wirklich zu steuern, Zuständigkeiten zu klären und technische sowie organisatorische Maßnahmen regelmäßig zu prüfen. Wer das systematisch angeht, spart sich im Ernstfall nicht nur Stress, sondern auch Kosten – etwa durch effizientere Auskunftserteilungen, kürzere Auditzeiten oder weniger operative Reibungsverluste.

Für Unternehmen, die noch am Anfang stehen, lohnt sich ein schrittweiser Einstieg:

  1. Starten Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche Verfahren sind dokumentiert? Wo fehlen Informationen oder Zuständigkeiten?
  2. Erstellen Sie ein zentrales, nachvollziehbares Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (VVT).
  3. Definieren Sie Rollen und Verantwortlichkeiten – nicht nur für Datenschutzbeauftragte, sondern auch für Fachbereiche.
  4. Integrieren Sie Datenschutzprozesse in bestehende Projekt- und IT-Prozesse – z. B. durch Freigabeschritte, Prüfzyklen und Schulungen.
  5. Nutzen Sie ein Datenschutzmanagementsystem (DSMS), das Fristen, Maßnahmen und Dokumente strukturiert verwalten kann.

Der Handlungsdruck steigt: Mit zunehmender Automatisierung, komplexen Cloud-Diensten und lernenden KI-Systemen wird die Zukunft nicht einfacher, sondern anspruchsvoller. Gleichzeitig erwarten Kunden, Mitarbeitende und Partner klare Antworten auf Datenschutzfragen – schnell, transparent und nachvollziehbar.

Wer heute investiert, profitiert morgen: Durch strukturierte Prozesse, konsistente Kommunikation und datenschutzkonforme Systeme stärken Unternehmen nicht nur ihre Rechtssicherheit, sondern auch ihr Markenvertrauen.

Und nicht zuletzt: Ein transparenter Umgang mit Daten ist in vielen Branchen längst ein Wettbewerbsfaktor – besonders dort, wo sensible oder personenbezogene Informationen verarbeitet werden.

Der Weg zu wirksamem Datenschutz beginnt nicht mit der nächsten Vorlage, sondern mit einem klaren Entschluss: Datenschutz soll im Unternehmen nicht verwaltet, sondern gestaltet werden – verständlich, effizient und zukunftssicher.

Sie möchten wissen, wie ein modernes DSMS wie GRASP Sie dabei unterstützt? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere interaktive Produkttour oder sprechen Sie uns an – wir helfen gern weiter.