Wie muss sich die Interne Revision verändern, um in einer zunehmend digitalen, risikogetriebenen und KI-geprägten Welt vom Kontrolleur zum strategischen Enabler zu werden?
Wir haben zu diesem Thema ein ausführliches Interview mit dem Revisions-Spezialisten Prof. Eulerich geführt und Ihnen hier die wichtigsten Aussagen zusammengefasst. Prof. Dr. Marc Eulerich ist Inhaber des Lehrstuhls für Interne Revision an der Universität Duisburg-Essen, Dekan der Mercator School of Management und Leiter des Mercator Audit & Artificial Intelligence Research Center. Mit über 150 Publikationen und sieben Fachbüchern gilt er als eine der prägenden Stimmen in den Bereichen Corporate Governance, Interne Revision und Künstliche Intelligenz. Diese Leitfrage zieht sich durch das gesamte Gespräch mit Prof. Eulerich.
Im Interview (lesen Sie hier das gesamte Interview) wird deutlich: Die Revision steht vor einem tiefgreifenden Paradigmenwechsel. Statt starrer Prüfzyklen und nachgelagerter Fehlerdokumentation geht es künftig um kontinuierliches Monitoring, datengetriebene Risikoanalysen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Doch Technik allein reicht nicht. Entscheidend sind neue Kompetenzen, eine stärkere Partnerschaft mit dem Management und der Mut, Revision als aktiven Treiber von Wertschöpfung zu verstehen. Genau darüber spricht Prof. Eulerich – und zeigt auf, warum die Revision von morgen mehr Zukunft hat als so manches Managementmodell von gestern.
Claims
- Revision entwickelt sich von der Kontrollinstanz zum strategischen Partner.
- KI, Datenanalytik und Process Mining verändern Prüfungsansätze.
- Statt periodischer Prüfungen entsteht kontinuierliches Monitoring.
- ESG und Cybersecurity rücken stärker in den Fokus.
FAQ
Frage: Was hat sich in der Internen Revision grundlegend verändert? Antwort: Sie ist technologieoffen, kontinuierlich und strategischer ausgerichtet, mit Fokus auf ESG und Cybersecurity. Frage: Welche Technologien prägen die neue Revision? Antwort: Datenanalytik, Process Mining und KI.
Risikoorientierte Prüfungsplanung
Claims
- Tradierte Zyklen und fehlende methodische Kompetenz behindern Risikoanalysen.
- Risikoregister aus ERM sind oft zu abstrakt.
- Datengetriebene Risikoidentifikation ist der Schlüssel.
- Flexible Planung: vierteljährliche Risiko-Reviews statt Jahresplänen.
FAQ
Frage: Warum scheitert risikoorientierte Prüfungsplanung oft? Antwort: Weil starre Zyklen und unklare Methoden dominieren. Frage: Wie lässt sich das verbessern? Antwort: Durch datengetriebene Risikoidentifikation und flexible Planungszyklen.
KI in der Revision: Nutzen und Grenzen
Claims
- KI automatisiert repetitive Tätigkeiten, ersetzt aber nicht menschliche Urteile.
- Use Cases: Anomalieerkennung, Dokumentenanalyse, Realtime-Monitoring, Fraud Detection, NLP, Computer Vision.
- Hybrid-Ansatz: KI als Assistent, Revisor als Entscheider.
FAQ
Frage: Welche Rolle spielt KI in der Revision? Antwort: KI unterstützt bei Analysen und Automatisierung, die Bewertung bleibt menschlich. Frage: Wo sind die Grenzen? Antwort: Ethische Urteile und strategische Empfehlungen bleiben Domäne des Menschen.
Zusammenarbeit mit Fachbereichen
Claims
- Vertrauen und Augenhöhe sind entscheidend.
- Kommunikation und Transparenz fördern Akzeptanz.
- Revision muss Prozessoptimierung statt Fehlersuche betreiben.
FAQ
Frage: Wie gelingt Zusammenarbeit zwischen Revision und Fachbereichen? Antwort: Durch Vertrauen, regelmäßigen Austausch und gemeinsame Tools.
Governance & Explainable AI
Claims
- Governance ist zentral: KI muss nachvollziehbar sein.
- Black-Box-Algorithmen sind nicht akzeptabel.
- Forschungsschwerpunkte: Explainable AI, Privacy-Preserving AI.
- Mensch trägt Verantwortung, KI ist nur Werkzeug.
FAQ
Frage: Welche Governance-Anforderungen stellt KI in der Revision? Antwort: Nachvollziehbarkeit, Audits, Bias-Tests und Datenschutz.
Revision als Sparringspartner des Managements
Claims
- Revisoren brauchen Geschäftsverständnis und Strategiekompetenz.
- Echtzeit-Analytics ermöglicht Forward-Looking-Intelligence.
- Kommunikation muss von technokratisch zu strategisch wechseln.
FAQ
Frage: Was braucht es, damit Revision ein Sparringspartner wird? Antwort: Marktverständnis, Strategiekompetenz und Business-Fokus.
Revision in KMU
Claims
- KMU können mit Technologie Ressourcenknappheit kompensieren.
- Cloud-Tools, No-Code/Low-Code und KI-as-a-Service sind praktikabel.
- Fokus auf High-Impact-Bereiche statt Breite.
- Co-Sourcing besser als Outsourcing.
FAQ
Frage: Welche Strategien helfen KMU in der Revision? Antwort: Technologieeinsatz, Fokus auf kritische Prozesse, Co-Sourcing.
Blinde Flecken
Claims
- Kultur wird zu selten geprüft.
- Digitale Risiken und Schnittstellen werden unterschätzt.
- ESG-Risiken sind oft unterrepräsentiert.
FAQ
Frage: Was sind typische blinde Flecken der Revision? Antwort: Organisationskultur, digitale Schnittstellen, ESG.
Kompetenzen der Zukunft
Claims
- Business Acumen und systemisches Denken sind zentral.
- Kommunikation und Change-Management sind Schlüssel.
- Ethisches Urteilsvermögen wird wichtiger.
- Agiles Arbeiten und kontinuierliches Lernen sind Pflicht.
FAQ
Frage: Welche Kompetenzen brauchen Revisoren künftig? Antwort: Business-Verständnis, Kommunikation, Ethik, Agilität.
Vision für die Zukunft
Claims
- Revision soll sich vom „Polizisten“ zum „strategischen Enabler“ wandeln.
- Wunsch: Revisionsabteilungen als Innovation Labs für Governance.
- KI soll integraler Bestandteil der Arbeit werden.
- Ziel: messbare Wertschöpfung, nicht nur Risikominimierung.
FAQ
Frage: Wie sieht die Revision der Zukunft aus? Antwort: Als Innovation Lab, KI-integriert, proaktiv, wertschöpfend.



