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NIS2 umsetzen konkret: Schulung und Awareness

Veröffentlicht am: 31. März 2026

Max Mustermann

Veröffentlicht am: 31.03.2026

Awareness

Schulung und Awareness sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass NIS2-Anforderungen nicht nur formal erfüllt, sondern im Arbeitsalltag wirksam umgesetzt werden. NIS2 verlangt, dass Mitarbeitende ihre Rolle im Kontext der Cybersicherheit verstehen und angemessen handeln können. Ziel ist es, menschliche Risiken zu reduzieren, Verantwortungsbewusstsein zu stärken und organisatorische Maßnahmen wirksam zu unterstützen. Wer NIS2 umsetzen will, muss Schulung und Awareness als kontinuierliche Aufgabe begreifen, nicht als einmalige Informationsmaßnahme.

 

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Wenn Sie alle Inhalte und Grafiken dieser „NIS2 umsetzen“-Reihe zusammenführen, erhalten Sie am Ende einen Projektplan, der Ihnen dabei hilft, NIS2-konform zu werden.

 

Schulung und Awareness im Kontext der NIS2

NIS2 betrachtet den Faktor Mensch ausdrücklich als Bestandteil des Sicherheitsniveaus einer Organisation. Technische und organisatorische Maßnahmen können nur dann wirksam sein, wenn Mitarbeitende diese verstehen und im Alltag berücksichtigen. Schulung und Awareness dienen daher nicht der Wissensvermittlung um ihrer selbst willen, sondern der Reduktion von Fehlverhalten und Unsicherheiten.

Für die Praxis bedeutet das, Schulungsmaßnahmen gezielt auf die tatsächlichen Rollen und Aufgaben der Mitarbeitenden auszurichten. Allgemeine Informationsveranstaltungen ohne Bezug zur Organisation erfüllen die Anforderungen der NIS2 nicht. Entscheidend ist, dass Schulung und Awareness systematisch geplant, durchgeführt und überprüft werden.

Zielgruppen und Rollen klar definieren

Der erste Schritt bei der Umsetzung, due Aufmerksamkeit für das Thema hochzuhalten, ist die Identifikation relevanter Zielgruppen. NIS2 verlangt keine einheitliche Schulung für alle Mitarbeitenden, sondern eine differenzierte Betrachtung nach Rollen und Verantwortlichkeiten.

In der Praxis lassen sich typischerweise mehrere Zielgruppen unterscheiden, etwa Leitungsebene, IT- und Sicherheitsverantwortliche, Fachbereiche sowie allgemeine Mitarbeitende. Für jede Zielgruppe sind unterschiedliche Inhalte und Schwerpunkte erforderlich. Diese Zuordnung muss dokumentiert sein und bildet die Grundlage für alle weiteren Schulungsmaßnahmen.

Schulungskonzepte entwickeln und dokumentieren

Auf Basis der definierten Zielgruppen müssen Schulungskonzepte entwickelt werden. Diese Konzepte beschreiben Inhalte, Formate, Frequenzen und Verantwortlichkeiten. NIS2 verlangt keine bestimmten Schulungsformate, wohl aber ein nachvollziehbares Konzept, das zur Organisation passt.

In der Praxis sollten Schulungskonzepte bewusst pragmatisch gehalten werden. Ziel ist es, relevante Inhalte verständlich zu vermitteln und den Bezug zur täglichen Arbeit herzustellen. Die Konzepte müssen dokumentiert und intern kommuniziert werden.

Schulung & Awareness
Für die Entwicklung solcher Konzepte ist ab Projektstart eine Umsetzungsdauer von etwa 14 bis 21 Tagen realistisch.

Schulungsmaßnahmen durchführen

Die Durchführung der Schulungsmaßnahmen ist der sichtbare Teil der Awareness-Arbeit. NIS2 fordert, dass Schulungen tatsächlich stattfinden und nicht nur geplant sind. Dabei ist nicht entscheidend, ob Schulungen intern oder extern durchgeführt werden, sondern dass sie zielgerichtet sind.

In der Praxis können Schulungen in unterschiedlichen Formaten erfolgen, etwa als Präsenzveranstaltungen, Online-Trainings oder kurze Informationsformate. Entscheidend ist, dass die Teilnahme nachvollziehbar dokumentiert wird.

Regelmäßige Sensibilisierungs-Maßnahmen etablieren

Neben formalen Schulungen verlangt NIS2 fortlaufende Sensibilisierungs-Maßnahmen. Diese dienen dazu, das Sicherheitsbewusstsein im Alltag präsent zu halten und neue Themen aufzugreifen. Awareness ist kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Für die Praxis bedeutet das, regelmäßige Maßnahmen zu planen, etwa kurze Informationsformate, interne Hinweise oder themenspezifische Aktionen. Diese Maßnahmen müssen nicht aufwendig sein, sollten jedoch systematisch erfolgen.

Schulung & Awareness
Für die Etablierung eines solchen Sensibilisierungs-Rahmens ist eine Umsetzungsdauer von etwa 14 Tagen realistisch.

Wirksamkeit von Schulung und Awareness bewerten

NIS2 verlangt ausdrücklich, dass die Wirksamkeit von Schulungs- und Awareness-Maßnahmen überprüft wird. Es reicht nicht aus, Schulungen durchzuführen; Organisationen müssen bewerten, ob die Maßnahmen den gewünschten Effekt haben.

In der Praxis kann diese Bewertung auf unterschiedliche Weise erfolgen, etwa durch Feedback, kurze Tests oder Beobachtungen im Arbeitsalltag. Entscheidend ist, dass die Bewertung nachvollziehbar dokumentiert wird und in die Weiterentwicklung der Maßnahmen einfließt.

AWR03
Für die Etablierung eines Bewertungsprozesses ist ab Projektstart eine Umsetzungsdauer von etwa 14 bis 21 Tagen realistisch.

Schulungsinhalte kontinuierlich anpassen

Schulungs- und Awareness-Inhalte müssen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Veränderungen der Bedrohungslage, neue Systeme oder organisatorische Änderungen wirken sich unmittelbar auf den Schulungsbedarf aus. NIS2 verlangt, dass diese Anpassungen systematisch erfolgen.

Für die Praxis bedeutet das, feste Überprüfungszyklen zu definieren und Schulungsinhalte bei Bedarf zu aktualisieren. Diese Aktualisierung ist Teil der laufenden Compliance und muss dokumentiert werden.

Zudem müssen Schulung und Awareness nachvollziehbar dokumentiert sein. NIS2 verlangt nicht die Dokumentation jeder einzelnen Schulung im Detail, wohl aber den Nachweis, dass Schulungskonzepte existieren, Maßnahmen durchgeführt und Ergebnisse bewertet werden.

Für die Praxis bedeutet das, relevante Nachweise strukturiert zu erfassen und zentral verfügbar zu halten. Diese Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil der Auditfähigkeit.

 

Zusammenspiel mit anderen NIS2-Bausteinen

Schulung und Awareness wirken auf alle anderen Elemente der NIS2-Umsetzung. Sie unterstützen Governance-Strukturen, verbessern die Wirksamkeit von Kontrollen und Schutzmaßnahmen und tragen zur erfolgreichen Umsetzung von Incident- und BCM-Prozessen bei. Gleichzeitig liefern sie wichtige Erkenntnisse für die kontinuierliche Verbesserung.

Wer NIS2 umsetzen will, sollte Schulung und Awareness daher nicht isoliert betrachten, sondern als verbindendes Element zwischen Strategie und operativem Handeln. Mehr Informationen zu Schulungen im Rahmen der NIS2 erhalten Sie beim BSI.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Schulung und Awareness unter NIS2 so wichtig?

NIS2 betrachtet Mitarbeitende ausdrücklich als Teil des Sicherheitsniveaus einer Organisation. Schulung und Awareness helfen dabei, menschliche Risiken zu reduzieren, Fehlverhalten zu vermeiden und sicherzustellen, dass technische und organisatorische Maßnahmen im Alltag wirksam unterstützt werden.

Welche Anforderungen stellt NIS2 konkret an Schulung und Awareness?

NIS2 verlangt, dass Schulungs- und Awareness-Maßnahmen systematisch geplant, zielgruppengerecht durchgeführt und in ihrer Wirksamkeit überprüft werden. Entscheidend ist, dass Inhalte zur Organisation passen, nachvollziehbar dokumentiert werden und regelmäßig aktualisiert sind.

Warum müssen Schulungsmaßnahmen zielgruppenspezifisch gestaltet werden?

Unterschiedliche Rollen bringen unterschiedliche Risiken, Verantwortlichkeiten und Informationsbedarfe mit sich. NIS2 erwartet daher keine Einheitslösung, sondern Schulungsmaßnahmen, die sich an den tatsächlichen Aufgaben und Entscheidungen der jeweiligen Zielgruppen orientieren.

Wie lässt sich die Wirksamkeit von Awareness-Maßnahmen bewerten?

Die Wirksamkeit kann zum Beispiel durch Feedback, kurze Tests oder Beobachtungen im Arbeitsalltag bewertet werden. Entscheidend ist, dass die Ergebnisse nachvollziehbar dokumentiert werden und in die Weiterentwicklung von Schulungs- und Awareness-Maßnahmen einfließen.

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