Meine Review der Digitalen Tage des DIIR: Warum die Interne Revision Integration priorisieren muss 

Veröffentlicht am: 2. April 2026

Max Mustermann

Veröffentlicht am: 02.04.2026

DIIR

Die 8. Digitalen Tage des DIIR haben gezeigt: KI in der Internen Revision ist kein Zukunftsthema mehr. Die eigentliche Herausforderung liegt inzwischen in der Integration. Denn viele Revisionsfunktionen fragen heute nicht mehr, ob sie Datenanalysen, Automatisierung oder KI nutzen sollten. Die wichtigere Frage lautet: Warum bleibt die Digitalisierung der Internen Revision trotz neuer Technologien in der Praxis oft bruchstückhaft?

Von Kilian Lakomski

Die Antwort: Solange Daten, Prüfungsprozesse, Feststellungen, Maßnahmen, Berichte und Nachweise nicht sauber zusammenlaufen, bleibt Digitalisierung Stückwerk. Dann gibt es hier ein Dashboard, dort einen KI-Anwendungsfall. Dazwischen entstehen Medienbrüche, manuelle Übergaben und fehlende Nachvollziehbarkeit. Die Interne Revision hat deshalb heute oft weniger ein Innovationsproblem als ein Integrationsproblem. Innovation bleibt wichtig – ihre Wirkung entfaltet sie aber erst dann, wenn sie in konsistente Prozesse, belastbare Daten und steuerbare Abläufe eingebettet ist.

Was von den Digitalen Tagen des DIIR bleibt

Es war weder zu überhören noch zu übersehen, wie stark sich die Interne Revision verändert. Themen wie künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Cyberrisiken und digitale Prüfungen stehen inzwischen im Zentrum der fachlichen Diskussion.

Die anspruchsvollere Erkenntnis ist jedoch: Zwischen dem, was auf Veranstaltungen überzeugend klingt, und dem, was in Revisionsabteilungen tatsächlich gelebt wird, liegt oft ein erheblicher Umsetzungsaufwand. Viele Bereiche arbeiten unter hohem Druck, mit knappen Ressourcen und in gewachsenen Prozesslandschaften. Wer dort Digitalisierung nur punktuell ergänzt, erhöht häufig vor allem die Komplexität. Nicht zusätzliche Einzelbausteine steigern die Wirksamkeit, sondern deren saubere Verbindung.

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Anmoderation für meine Kollegen Marco Wehler und André Mittelstraß. Die beiden präsentierten auf den Digitalen Tagen unsere One-Stop-Audit-Plattform.

Vier Learnings für die Interne Revision

1. KI ist kein Fortschritt an sich

Dass KI für die Interne Revision relevant ist, bestreitet kaum noch jemand. Aber Pilotprojekte, Assistenzfunktionen oder automatisch erzeugte Texte sind noch kein belastbarer Reifegrad. Reife zeigt sich erst dort, wo KI in tragfähige Prozesse eingebunden ist: wo Daten verlässlich sind, Zuständigkeiten klar bleiben und Ergebnisse nachvollziehbar dokumentiert werden. Ohne diese Einbettung bleibt KI oft eine punktuelle Unterstützung, aber noch kein echter Fortschritt.

2. Datenanalyse hilft nur, wenn sie anschlussfähig ist

Viele Teams arbeiten bereits mit Datenanalyse oder automatisierten Prüfungshandlungen. Trotzdem bleibt der Nutzen oft begrenzt. Der Grund: Daten allein reichen nicht. Entscheidend ist, ob sich Auffälligkeiten in Prüfungslogik, Evidenz, Berichterstattung und Maßnahmensteuerung übersetzen lassen. Wo diese Verbindung fehlt, entstehen typische Brüche: Feststellungen werden nicht sauber in Maßnahmen überführt, und Evidenzen bleiben verteilt dokumentiert.

3. Cyberrisiken verändern das Revisionsprofil

Cyberrisiken, Resilienz und die enge Verzahnung von IT und operativem Geschäft waren zentrale Themen der Tagung – zu Recht. Denn hier geht es längst nicht mehr um Spezialfragen, sondern um Kernrisiken moderner Organisationen.

Für die Interne Revision bedeutet das: Sie muss Systeme, Schnittstellen, Abhängigkeiten und technische Risiken besser verstehen. Klassisches Kontrollwissen allein genügt dafür nicht mehr.

4. Das Problem ist nicht Erkenntnismangel, sondern fehlende Konsequenz

In den meisten Unternehmen ist längst klar, was zu tun wäre: mehr Datenorientierung, bessere Prozessintegration, klarere Governance und ein sinnvoller Einsatz von KI. Was fehlt, ist oft die konsequente Priorisierung in der Umsetzung. Vieles bleibt bei Zustimmung und guter Absicht. Wissen allein verändert jedoch noch keine Prozesse.

Warum Integration zum eigentlichen Hebel wird

In den Gesprächen an unserem Stand und in der Resonanz auf unseren „One-Stop Audit“-Vortrag zeigte sich derselbe Punkt auch praktisch: Es fehlt oft nicht an Ideen, sondern an Verbindung. Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur: Wo kann künstliche Intelligenz in der Internen Revision unterstützen?

Die wichtigere Frage ist: Wie lassen sich Daten, Prüfungssteuerung, Nachweise, Berichte und Maßnahmenmanagement so zusammenbringen, dass Revisionsarbeit konsistent, nachvollziehbar und skalierbar wird? Genau hier entsteht die Brücke zwischen GRC und Interner Revision. Wer Feststellungen, Maßnahmen, Evidenzen und Berichte in getrennten Logiken bearbeitet, erzeugt Reibung. Wer diese Elemente zusammenführt, schafft die Grundlage für wirksame Digitalisierung. Die Zukunft liegt deshalb nicht im nächsten Feature allein. Sie liegt in einer Architektur, die Revisionsarbeit als zusammenhängenden Prozess versteht.

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In seinem Element: Marco Wehler macht den Auditor-Reality Check: KI ja, aber bei der Integration gibt es noch Probleme.

Die Zukunft der Internen Revision entscheidet sich an der Integration

Der Kongress in Frankfurt zeigte, wie stark sich die Interne Revision fachlich verändert. KI, Datenanalyse, Cyberrisiken und digitale Prüfungsansätze sind gesetzt. Die eigentliche Differenzierung entsteht künftig jedoch nicht allein durch neue Technologien, sondern durch ihre sinnvolle Einbettung.

Die digitale Transformation der Internen Revision entscheidet sich deshalb weniger an der Zahl neuer Tools, sondern daran, ob daraus ein belastbarer, durchgängiger und steuerbarer Revisionsprozess entsteht. Wer Innovation ohne Integration betreibt, produziert oft nur zusätzliche Komplexität.

Wer Integration priorisiert, schafft die Grundlage für wirksame, nachvollziehbare und skalierbare Revisionsarbeit.

Ich freue mich auf die nächste DIIR-Veranstaltung in Berlin am 20. und 21. April.

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