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Business Continuity: Better Safe than Sorry

Veröffentlicht am: 15. August 2025

Max Mustermann

Veröffentlicht am: 15.08.2025

Bild mit der Überschrift: Warum viele Unternehmen den Ernstfall verdrängen

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen wäre eine Schule. Plötzlich fällt der Strom aus, der Computerraum steht unter Wasser oder der Schulbus steckt im Schnee fest. Ohne Plan B würde der Unterricht einfach ausfallen. Mit einem Notfallplan – Ausweichräume, Ersatzmaterialien, alternative Transportwege – läuft der Betrieb trotzdem weiter, nur eben anders. Genau das leistet Business Continuity Management (BCM): Es stellt sicher, dass kritische Abläufe auch in Ausnahmesituationen weitergehen.

Trotzdem vernachlässigen viele Unternehmen BCM – oft nicht aus Unwissen, sondern aus psychologischen Gründen. Ganz ehrlich: Wo erkennen Sie sich wieder?

  • Optimismus-Bias: „Uns passiert so etwas nicht.“
  • Gegenwartsfokus: Aktuelle Projekte fühlen sich dringlicher an als abstrakte Risiken.
  • Availability Heuristic: Was lange nicht passiert ist, wirkt unwahrscheinlich.
  • Verdrängung: Unangenehme Szenarien schiebt man lieber beiseite.
  • Gruppendenken: Wenn die Konkurrenz keinen Plan hat, fühlt man sich bestätigt.

Das Problem: Krisen halten sich nicht an Wunschdenken. Nie galt ein „Better safe than sorry“ als bessere Strategie.

Wer unvorbereitet ist, riskiert im Ernstfall nicht nur Verluste, sondern unter Umständen das gesamte Geschäftsmodell.

Eigentlich weiß es jeder: Datenverlust, Cyberangriffe, Stromausfälle – die Liste potenzieller Störfaktoren ist lang. Und sie trifft Unternehmen härter denn je. Eine aktuelle Auswertung globaler Business-Continuity-Statistiken zeigt: Die wirtschaftlichen Schäden durch Unterbrechungen sind enorm – besonders für kleine und mittelständische Betriebe (KMU). Wer auf Business Continuity Management (BCM) verzichtet, geht ein existenzielles Risiko ein.

Downtime kostet – pro Minute

Schon für kleine Unternehmen beträgt der durchschnittliche Schaden bei Ausfallzeiten 427 US-Dollar pro Minute. In großen Konzernen steigen die Kosten auf bis zu 9.000 US-Dollar – jede Minute. Besonders betroffen: Unternehmen in regulierten oder versorgungsrelevanten Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzwesen oder öffentliche Verwaltung. Hier kann eine Stunde Ausfall mehr als fünf Millionen US-Dollar kosten.

Ausfälle sind keine Ausnahme – sie sind Alltag

  • 91 % aller Unternehmen verzeichnen mindestens eine Netzstörung pro Quartal
  • In der Industriebranche kommt es bei zwei Dritteln der Unternehmen monatlich zu Ausfällen
  • In der Fertigung beläuft sich der Durchschnittsschaden auf 125.000 US-Dollar pro Stunde

Die Ursachen reichen von Stromausfällen (44 % der Fälle in Rechenzentren) über Hardwarefehler bis hin zu Ransomware-Angriffen, die im Schnitt 24 Tage Ausfallzeit verursachen.

Cyberattacken treffen vor allem KMUs – und kosten Tausende

Trotz medialem Fokus auf große Konzerne sind kleine Unternehmen ein beliebtes Ziel für Angreifer – nicht zuletzt wegen oft schwächerer IT-Infrastruktur.

Laut Hiscox verlieren KMUs in den USA jährlich über 8.000 US-Dollar durch Cyberangriffe. Besonders gefährlich:

  • 77 % der erfolgreichen Hacks nutzen gestohlene Zugangsdaten
  • 37 % der IT-Manager nennen Phishing-E-Mails als größte Bedrohung

Der menschliche Faktor bleibt ein Risiko

Fast 70 % aller Sicherheitsvorfälle lassen sich auf menschliches Fehlverhalten oder Social Engineering zurückführen. Fehlende Awareness-Programme und zu großzügige Zugriffsrechte verstärken das Problem. In Finanzunternehmen haben Mitarbeiter:innen durchschnittlich Zugriff auf 11 Millionen Dateien – viel zu oft ohne Notwendigkeit.

Kein Plan? Kein Schutz. Kein Überleben.

Trotz all dieser Fakten verfügen nur 61 % der Unternehmen über einen funktionierenden Business-Continuity-Plan.

Noch alarmierender: 43 % der kleinen Unternehmen schließen dauerhaft nach einem größeren Zwischenfall. Weitere 29 % geben innerhalb von zwei Jahren auf.

Häufig fehlt es an klaren Recovery Time Objectives (RTOs) oder an zuverlässigen Backup- und Wiederherstellungslösungen. Dabei lassen sich mit etablierten BCM-Plattformen wie GRASP Risiken frühzeitig erkennen, Prozesse absichern und Reaktionsfähigkeit sicherstellen.

Business Continuity ist kein IT-Thema – sondern eine Führungsaufgabe

BCM ist längst mehr als ein technisches Backup-Konzept. Es ist integraler Bestandteil strategischer Resilienz – und ein entscheidender Hebel, um gesetzliche Pflichten, Cybersecurity-Anforderungen und wirtschaftliche Stabilität miteinander zu verbinden. Besonders im Kontext von GRC (Governance, Risk & Compliance) liefert BCM die Basis für fundiertes, vorausschauendes Handeln.

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GRASP hilft Ihnen, Business-Continuity-Prozesse ganzheitlich und compliance-sicher zu gestalten – von der Risikoanalyse über Maßnahmenplanung bis zur auditierbaren Umsetzung.